Sebastian Sturm & Exile Airline releasen „The Kingston Session“

Posted on April 10, 2015 by Joel Dittli

Sturm_Cover-KingstonSessionSebastian Sturm und seine Band Exile Airline legen ein ziemlich beachtliches Tempo an den Tag. Fast jährlich erscheint eine neue LP. Die Aktuellste unterscheidet sich aber in vielen Punkten von den bisherigen Releases.

Die Musik ist nach wie vor unglaublich gut. Die neun Tunes sind Sturm-Fans wohl bereits bekannt. Acht aus den bisher veröffentlichten Alben finden sich auf dem bereits fünften Werk des Sängers mit der einzigartig rauchigen Stimme und den fünf Ausnahmemusikern im Rücken. Mit Free Man ist auch ein Cover dabei (das Original stammt von Roots Veteran Freddie McKay) – natürlich im Exile Airline-Style. Von einer Compilation kann hier aber nicht die Rede sein. Die Songs kommen zum Teil in komplett neuem Gewand daher. Beispielsweise wurden die Acoustic-Nummern „Faith“ und „Get Up & Get Going“ mit Rootsriddims unterlegt.

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Dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne konnte das Projekt finanziert werden. Das Album wurde in Kingston während zwei Tagen im „Harry J Studio“ eingespielt, wo unter anderem auch Bob Marley einige Alben aufgenommen hat. Zwei Tage tönt nach wenig. Dieser Umstand dürfte mit ein Grund dafür sein, dass das Album eher wie eine sehr gute Liveaufnahme als wie ein herkömmliches Studioalbum tönt. Auch der Aufbau der Songs erinnert stark an die mitreissenden Konzerte der Band. Geschickt führt die Band den Hörer über minimalistisch gehaltene, ruhige Passagen in ekstaseartige Parts und die Instrumentalisten glänzen durch spektakuläre Soli. Besonders nennenswert ist das Pianosolo in „Free Man“, dem mit fast neun Minuten längsten Song des Albums, auf welchem gut zu hören ist, dass die Band auch ab und zu Groundation hört. Der dreistimmige Backgroundgesang ist dann so etwas wie das Tüpfelchen auf dem I. Und natürlich bleibt uns auch Sebastian Sturm nichts schuldig. Die Stimme strotzt nur so vor Charakter, sodass einem beim Zuhören nie langweilig wird.

Philip Breidenbach beweist, dass er ein absoluter Meister seines Fachs ist und hat das Album auf eine Weise gemischt, die den Livecharakter der Platte besonders gut zur Geltung kommen lässt. Sozusagen perfekt eingesetzte Imperfektion.

Abschliessend kann man sagen, dass das Album nicht nur grossartig tönt, sondern auch Bock auf mehr Livekonzerte dieser aussergewöhnlich guten Band macht. Gleiches gilt auch für den neuen Videoclip zum Song „True Music“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=C9f4zOEBhzs 

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